Die Bedeutung der Gürtelfarbe im Zen

 

  Weiß

Der Schnee liegt auf der Landschaft, der Lehrer sieht den Schüler nicht - der Schüler sieht die Lehre nicht.

  Gelb (5.KYU)

Der Schnee schmilzt, die harte, gefrorene Erde leuchtet gelb; der Lehrer sieht nicht, ob der Schüler fruchtbar ist - der Schüler sieht nicht, ob aus dieser Lehre für ihn Frucht wachsen wird.

  Orange (4.Kyu)

Die fruchtbare Erde leuchtet in der roten Abendsonne; der Lehrer sieht noch keine Frucht - der Schüler keimt, kann aber noch nichts.


  Grün (3.Kyu)

Ein Pflänzchen kommt; der Lehrer sieht: der Schüler versteht - der Schüler erkennt die Wirkung der Lehre.


  Blau (2.Kyu)

Die Baumkrone reicht in den Himmel; der Lehrer sieht das Leben seines Samens - der Schüler erlebt die Tiefe der Lehre.


  Braun (1.Kyu)

Der Baum hat feste Borke; der Lehrer sieht den Beginn selbständigen Lebens - der Schüler sieht, fest geworden, den ersten Gipfel in der Ferne.


  Schwarz (ab 1.Dan)

Das Wandeln der Stille Das Erreichen des schwarzen Gürtels bedeutet nicht das Erreichen der Perfektion, sondern den Beginn des Weges zur gesamthaften Perfektion; es dokumentiert der Tradition nach Meisterschaft über die Technik, wobei ursprünglich erst mit dem 5.Dan die komplette Beherrschung des Systems bestätigt wurde: bis dahin sind Prüfungen möglich, danach nur noch Verleihungen. Der schwarze Gürtel wird durch die jahrzehntelange Übung durch die Abnützung wieder weiß; damit ist der Kreis geschlossen.

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